Rechtsanwältin Lesser Leipzig | Einvernehmliche Scheidung

Scheidung ohne Streit

Sie wollen sich trennen oder sind es bereits und haben beide  ein Ziel: Sie wollen keinen Rosenkrieg und am besten wegen der Kinder und aus Kostengründen eine einvernehmliche Scheidung.  Diese ist aus meiner langen Erfahrung tatsächlich auch sinnvoll, da sie in der Regel nur so zu einer kostengünstigen aber auch dauerhaften Lösungen gelangen.

Bei einer einvernehmlichen Scheidung sollten Sie folgende Grundregeln kennen:  Es wäre gut, wenn Sie

  • wenigstens ein gemeinsames Ziel verfolgen, z.B.
  • „zugunsten der Kinder“, denn
  • ein gewissen Maß an Entgegenkommen und Vertrauen

sind notwendig für eine

  • einvernehmlichen Regelung
  • Trennungsvereinbarung / Scheidungfolgenvereinbarung

Als erfahrener Fachanwalt für Familienrecht entwickle ich gemeinsam mit Ihnen ein Konzept für eine einvernehmliche Trennung und Scheidung. Auch wenn ich nur einen Ehepartner vertrete, kann der andere Ehepartner mit Erlaubnis des einen gerne auch an den Terminen teilnehmen.

Rufen Sie jetzt an: 0341-22541034 oder schicken mir eine Email

Erstberatung Scheidung

Einvernehmliche Scheidung, wenn

  • Sie ein Jahr getrennt leben
  • sich über Ehewohnung und Hausrat,
  • den Verbleib der Kinder und Kindesunterhalt,
  • Ehegattenunterhalt
  • Aufteilung Vermögen
  • einig werden. Dann kann
  • 1 Anwalt für 1 Ehegatten die Scheidung einreichen
  • und der andere Ehegatte der Scheidung zustimmen.

Ablauf Einvernehmliche Scheidung

1. Trennungsjahr

Auch bei einer Einvernehmlichen Scheidung muß das Trennungsjahr eingehalten werden. Die Scheidung kann (erst) nach ca.11 Monaten eingereicht werden.

2. Ein Anwalt

Auch für die Einvernehmliche Scheidung besteht Anwaltszwang. Wer die Scheidung beantragt, benötigt einen Anwalt. Der andere Ehepartner benötigt keinen Anwalt, da er nur zustimmt. Aber: er kann keinen eigenen Antrag stellen!

3. Der Anwalt als Parteivertreter!

Der Anwalt darf immer nur eine Partei vertreten. Hierbei handelt es sich um ein streng geschütztes Recht des Mandanten. Vertritt der Anwalt in derselben Angelegenheit beide Parteien oder sieht dies auch nur so aus, dann begeht der Anwalt Parteiverrat. Das ist ein Straftatbestand.

§ 356 StGB – Parteiverrat

(1) Ein Anwalt oder ein anderer Rechtsbeistand, welcher bei den ihm in dieser Eigenschaft anvertrauten Angelegenheiten in derselben Rechtssache beiden Parteien durch Rat oder Beistand pflichtwidrig dient, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

D.h. kein Anwalt kann, darf oder wird sich darauf einlassen, beide Seiten zu vertreten! Erklärt Ihnen ein Anwalt, er würde Sie beide vertreten, so ist dies nicht nur unseriös, der Anwalt macht sich auch strafbar.

4. Wie läuft der Termin beim Anwalt bei einervernehmlicher Scheidung ab?

Aufgrund des o.g. Verbotes beide Seiten zu vertreten, müssen Sie sich zunächst entscheiden, wer von Ihnen den Anwalt beauftragen soll. Denn nur einer von Ihnen kann den Anwalt beauftragen. Und nur der Auftraggeber wird dann Mandant und vom Anwalt beraten.

Der andere kann – sofern der Auftraggegber dies „erlaubt“- an dem oder den Beratungsterminen teilnehmen, so daß sich die Eheleute auf diese Art „gemeinsam beraten“ lassen und man an einer einvernehmlichen Lösung und Klärung aller Trennungs- und Scheidungsfolgen arbeitet. Aber: den Hut hat letztendlich derjenige auf, der den Anwalt beauftragt. D.h. wenn dieser die gemeinsamen Termine nicht mehr wünscht oder es für den Anderen nicht mehr passt, nicht anwaltlich vertreten zu sein, darf selbstverständlich jeder jederzeit aus der Verhandlung aussteigen bzw. sich der Andere einen eigenen Anwalt suchen.

D.h. jedoch nicht, daß damit eine einvernehmliche Scheidung bereits gescheitert ist. Es heisst nur, daß zukünftig mit zwei Anwälten verhandelt wird, die zunächst einmal gemeinsam mit Ihnen nach tragfähigen Lösungen suchen. Dies sollte jedenfalls immer das Ziel sein.

Sprechen Sie deshalb Ihren Anwalt auch immer darauf an, außergerichtliche Lösungen für Sie zu verhandeln.

5. Worüber muss man sich einig sein?

Ehegattenunterhalt:

Es muss Einigkeit bestehen, ob und wenn ja in welcher Höhe Ehegattenunterhalt, d.h Unterhalt nach der Scheidung bezahlt werden soll. Die Eheleute können hierauf aber auch verzichten.

Kinder:

Es muss Einigkeit bestehen, ob das gemeinsame Sorgerecht beibehalten werden soll, bei wem das/die Kind/er leben sollen; wie der Umgang ausgeübt werden soll und wie viel Kindesunterhalt bezahlt wird.

Ehewohnung/Hausrat:

Es muss Einigkeit bestehen, wer nach der Scheidung in der Ehewohnung bleibt und wie der Hausrat aufgeteilt wird.

6. Wie kann man die Scheidungsdauer abkürzen?

Indem kein Versorgungsausgleich durchgeführt wird, wenn:

a) Beide Ehegatten sind anwaltlich vertreten und schließen im Gerichtsverfahren den Versorgungsausgleich aus. Das Gericht muß zustimmen, was erfolgt, wenn:

  • die Ehe von kurzer Dauer war (einige Monate bis 3 Jahre) oder
  • beide Eheleute während der Ehe etwa gleich viel verdient haben oder
  • eine Ausgleichszahlung geleistet wird oder
  • der VA nicht unbillig ist.

b) Der Versorgungsausgleich wird vor der Scheidung durch eine sog. Scheidungsfolgenvereinbarung ausgeschlossen.

7. Scheidungsfolgenvereinbarung und Ehevertrag

Sie müssen wegen der Scheidungsfolgen, wie Unterhalt, Kinder oder Zugewinn nicht zu Gericht. Sie dürfen / können sich hierüber immer auch außergerichtlich einigen. Die sog. Trennungs- oder Scheidungsfolgenvereinbarung kann jederzeit vor oder nach der Trennung und auch im laufenden Scheidungsverfahren abgeschlossen werden. Mit diesem Vertrag können sich die Eheleute außergerichtlich über alle Trennungs- und Scheidungsfolgen einigen, so wie es der von ihnen geführten Ehe und Lebenssituation am ehesten entspricht. Mit einer Scheidungsfolgenvereinbarung können von der Übertragung der Ehewohnung über Unterhalt, Zugewinnausgleich und Versorgungsausgleich alles regeln.