Sorgerecht nach Trennung und Scheidung

Beratung vom Fachanwalt Familienrecht bei Sorgerecht

„Eltern bleiben Eltern“ – auch nach der Trennung oder Scheidung

Solange Sie zusammen leben, ist die gemeinsame Sorge um die Kinder selbstverständlich. Bei einer Trennung wird dies plötzlich zum Thema. Bei wem werden die Kinder leben? Wie oft werde ich meine Kinder sehen? Wer entscheidet über wichtige Erziehungsfragen? Damit Sie als Eltern die richtigen Entscheidungen treffen und Ihre Kinder die Trennung gut verkraften, ist der Gang zum Anwalt für Familienrecht hilfreich.

Rechtsanwältin Lesser berät Sie gerne zu all Ihren Fragen zum Thema Sorgerecht und Umgangsrecht.

Rufen Sie jetzt an unter 0341-22541034

Erstberatung Sorgerecht

Gemeinsame Entscheidungen beim Sorgerecht:

  • Schulwahl
  • Einwilligung in medizinische Behandlung (zB Impfung)
  • Entscheidung über Lebensmittelpunkt (Umzug)
  • Namenswahl (zB Vorname)
  • Reisen in Länder mit fremden Kulturkreis

Wichtiges in Kürze: Sorgerecht | Umgang | Wechselmodell

Sorgerecht

Die Trennung oder Scheidung der Eltern hat seit 1998 im Regelfall keine Entscheidung über das Sorgerecht mehr zur Folge. Vielmehr geht das Gesetz als Normalfall davon aus, dass Eltern auch nach dem Scheitern der Ehe weiterhin das gemeinsame Sorgerecht ausüben.

Was sich mit Trennung ändert

Die Eltern müssen sich nicht mehr über alle Dinge einig sein, die ihr Kind betreffen. Die Aufgabenverteilung erfolgt danach, bei wem das Kind lebt oder gerade Umgang wahrnimmt. Der Elternteil, bei dem das Kind seinen Lebensmittelpunkt hat, entscheidet über die „Angelegenheiten des täglichen Lebens“Entscheidungen „von erheblicher Bedeutung“ müssen die Eltern gemeinsam treffen (§ 1687 BGB). Wird keine Einigung erzielt, hilft ggf. eine Elternberatung. Bringt auch das nicht weiter, hilft nur der Gang zu Gericht.

Bei wem lebt das Kind?

Die Wahl des Lebensmittelpunktes (=eine Entscheidung von erheblicher Bedeutung) muß grundsätzlich gemeinsamgetroffen werden. Können sich die Eltern nicht einigen, entscheidet das Gericht (=Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts).

Angelegenheiten des täglichen Leben

…sind solche Entscheidungen, die häufig vorkommen, keine schwer abzuändernden Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben und über die jeder Elternteil alleine entscheiden darf, wie zum Beispiel:

  • Schulalltag
  • Ernährungsfragen
  • Bestimmung der Schlafenszeiten
  • Fernsehkonsum
  • Besuch von Badeanstalten und Diskotheken
  • Umgang mit Freunden
  • Gewöhnliche medizinische Versorgung
  • Taschengeld

Praxistipp – Hilfen für Kinder bei Trennung und Scheidung!

Broschüre „Eltern bleiben Eltern“ der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V., 2015

Umgangsrecht

Kinder haben das Recht auf UmgangEltern haben das Recht und die Pflicht auf Umgang. D.h. beide Eltern sind in der Pflicht alles dafür zu tun, daß Kinder auch nach der Trennung / Scheidung Kontakt zu beiden Eltern haben dürfen. Das ist für die gesunde kindliche Entwicklung ungemein wichtig.

Auch wenn das Sorgerecht nur von einem Elternteil allein ausgeübt wird (einvernehmlich oder durch gerichtliche Entscheidung) besteht ein Anspruch des Kindes und des nicht sorgeberechtigten Elternteils auf regelmäßigen Umgang.

Es gibt keine festen Regeln für den Umfang des Umganges. Die Ausgestaltung soll indivuduell nach den Bedürfnissen und Möglichkeiten des Kindes und des Elternteils, der nicht mit den Kindern lebt, erfolgen. Kleinere Kinder (bis 6 Jahre) erleben längere Zeiträume „wie eine Ewigkeit“. Deshalb sollte der Kontakt häufiger und dafür vielleicht kürzer sein als bei älteren Kindern.

Bei ältern Kindern (ab 6 Jahre) sollten 1-2 Übernachtungen im Abstand von 14 Tagen und 1-2 längere Ferienaufenthalte in der Absprache enthalten sein. Schön wäre es für Kinder, wenn sie den anderen Elternteil auch im Alltag erleben dürften.

Wenn Sie über die Kinder noch miteinander reden können und Ihnen diesbezüglich individuelle Absprachen gelingen, bleiben Sie auch nach der Trennung für Ihre Kinder die liebsten Eltern überhaupt.

Wechselmodell

Das Wechselmodell ist im Kommen. Alle Einzelheiten dazu jedoch höchst strittig. Fest steht derzeit auch (noch), daß „eine Klärung wesentlicher rechtlicher und tatsächlicher
Grundlagen“ für das Wechselmodell „noch aussteht“, es einen „ganz erheblichen Klärungsbedarf“ für „etwaige rechtliche Regelungen ohne Elternkonsens“ gibt und „erst recht bei
Hochstrittigkeit“; *Homepage des DFGT: Hinweise des Vorstands zum Wechselmodell vom 10. Januar 2014.

Noch lehnt die überwiegende Rechtsprechung die gerichtliche Anordnung eines Wechselmodells ab. Aber es gibt Tendenzen bzw. vereinzelt Strömungen in der Literatur, die hier Reformbedarf sieht und eine gesetzliche Verankerung des Wechselmodells wünscht und in der Rechtsprechung, die bereits im Einzelfall das Wechselmodell zum Wohle des Kindes auch gegen den Willen eines Elternteils anordnet; Sünderhauf: Wechselmodell – Psychologie – Recht – Praxis S.492 ff.

Was ist das Wechselmodell?

Wenn das Kind zwischen den Wohnungen beider Eltern paritätisch hin- und herwechselt und dabei (annähernd) gleich viel Zeit bei beiden Elternteilen verbringt.

Was ist mit Unterhalt im Wechselmodell?

Aus unterhaltsrechtlicher Sicht verlangt der BGH ein Wechselmodell mit im Wesentlichen
gleichen Anteilen, d.h. eine „hälftige Aufteilung“ der Erziehungs- und Betreuungsaufgaben. Nur dann sind beide Eltern je nach Höhe ihres Einkommens anteilig unterhaltspflichtig. Anderenfalls bleibt der BGH beim Residenzmodell mit der Aufteilung in Bar- und Naturalunterhalt.