Anwaltskosten

Kosten Familienrecht, Scheidung, Vertragsrecht

Die Dienstleistung des Anwalts ist immer kostenpflichtig. Anwaltskosten berechnen sich als gesetzliche Vergütung nach der RVG-Tabelle ausgehend vom sog. Gegenstandswert oder Streitwert.  Oder kann man mit dem Anwalt eine Honorarvereinbarung abschließen und eine Abrechnung nach Zeit, mit Stundensätzen oder als Pauschale vereinbaren

Die Gerichtskosten berechnen sich nach dem vom Gericht festgesetzten sog. Verfahrenswert oder Streitwert. Hier finden Sie die Gerichtskosten für das Gerichtsverfahren im Familienrecht und bei Scheidung.

Mit einer  Erstberatung verschaffen Sie sich einen ersten Überblick über Rechtslage, Erfolgsaussichten und Kosten. Die Erstberatung kostet bei mir 130 € für 1 Stunde Rechtsberatung.

Die Erstberatung ist in bar zu bezahlen. Die Kosten sind überschaubar und die Erstberatung verpflichtet sich zu nichts. Hier wird noch kein Anwaltsvertrag abgeschlossen. Über die Beauftragung des Anwalt, d.h. die Erteilung des Mandats entscheiden sie während oder nach der Erstberatung.

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1. Streitwert und Höhe der Gebühren

Im Zivilrecht und im Familienrecht berechnen sich die Gerichtskosten und die Gebühren des Anwalts nach der Höhe der Forderung bzw. im Familienrecht nach dem sog. Verfahrenswert.

Einige Beispiele für die Bestimmung des Verfahrenswerte im Familienrecht:

  • Scheidung: 3-faches zusammengerechnetes Einkommen der Eheleute des Monats bei Einreichung der Scheidung + die Anrechte für den Versorgungsausgleich mit 10% je Anrecht bezogen auf den Wert der Scheidung (Manche Familiengerichte fragen auch nach dem Vermögen, dieses wird dann ggf. mit einem Wert iHv 5% vom Vermögen abzgl. Schulden minus Freibetrag von 30.000 € pro Ehegatte und 10.000 € für die Kinder
  • Zugewinn: Wert der Forderung des geltend gemachten Zugewinns
  • Unterhalt: 12 x der geltend gemachte Monatsbetrag des Unterhalt (=Jahresbetrag Unterhalt) plus ggf. geltend gemachter rückständiger Unterhalt
  • Sorgerecht: pauschal 4.000 €
  • Umgangsrecht: pauschal 4.000 €

Nochmal wichtig zu wissen: Der Streitwert / Verfahrenswertes stellt nicht die Anwaltsgebühren dar. Der Verfahrenswert bildet nur die Basis für die Berechnung der Anwaltsgebühren entsprechend der Gebührentabelle nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz = RVG-Tabelle sowie die Basis für die Berechnung der Gerichtskosten.

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2. Kosten Scheidung

Die Kosten der Scheidung, d.h. die Gebühren des Anwalts und des Gerichts berechnen sich nach dem Verfahrenswert.

Der Verfahrenswert für die Scheidung ist gesetzlich definiert in § 43 FamGKG:

  • das dreifache Nettoeinkommen beider Eheleute = 2 x 3 Nettoeinkommen jedes Ehepartners zum Zeitpunkt der Einreichung der Scheidung
  • plus 10% für jedes im Versorgungsausgleich zu berechnende Rentenanrecht
  • plus je nach Gericht ggf. Hinzurechnung von Vermögen (Vermögen abzgl. Schulden abzl. Freibetrag für jeden Ehegatten iHv 30.000 € + für jedes Kind nochmals 10.000 €  = anzurechnendes Vermögen und hiervon 5%.

Werden im Scheidungsverfahren auch Folgesachen verhandelt, dann werden diese zum Verfahrenswert für die Scheidung hinzugerechnet. Das erhöht zwar den Verfahrenswert, ist aber im Ergebnis trotzdem günstiger, da alle Ansprüche in einem Verfahren geklärt werden und die Gebühren daher nur einmal anfallen. Der Verfahrenswert der Scheidung erhöht sich dann um die entsprechenden Verfahrenswerte für Folgesache Scheidung:

  • Zugewinnausgleich: Wert der geltend gemachten Forderung = Zugewinnausgleich
  • Ehegattenunterhalt: der geforderte monatliche Unterhaltsbetrag x 12
  • Kindesunterhalt: der geforderte monatliche Unterhaltsbetrag x 12
  • Sorgerecht: 4.000 €
  • Umgangsrecht: 4.000 €.

D.h. der Verfahrenswert für die Scheidung wird bei aufwändigen Scheidungsverfahren mit Folgesachen aus dem Wert aller zu behandelnden Angelegenheiten zusammengerechnet. Dennoch ist dieses Vorgehen wesentlich günstiger als jede Sache in einem gesonderten Verfahren zu durchzusetzen. Denn aufgrund der regressiven Gebührentabelle macht einen erheblichen Unterschied, ob nur ein Verfahren geführt wird oder 3-4 Verfahren geführt und einzeln abgerechnet werden. Deswegen im Scheidungsverfahren darauf achten, dass sofern notwendig alles Angelegenheiten als Folgesachen in einem Verfahren abgehandelt werden.

Scheidung günstig! mit nur einem Anwalt: Bei der einvernehmlichen Scheidung benötigen Sie nur 1 Anwalt! Dieser Anwalt vertritt den Ehepartner, der die Scheidung beantragt. Der andere Ehepartner braucht keinen Anwalt, denn er stimmt der Scheidung nur zu. Sie bezahlen nur 1 Anwalt, dessen Kosten sie sich teilen können. Damit sparen Sie einmal Anwaltskosten.

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3. Anwaltskosten Prüfung Grundstückskaufvertrag

Über die Gebühren des Anwaltes für die Prüfung eines Grundstückskaufvertrages bzw. im Grundstücksrecht werden in der Regel vereinbart. Die Abrechnung erfolgt nach Stundensatz von 180 € – 230 € netto oder pauschal in Höhe von 0,2% des Kaufpreises zzgl. Mehrwertsteuer, mindestens jedoch 500 € netto. Ich nehme mir die Zeit, um den gesamten Vertrag mit Ihnen durchzusprechen und zu erläutern.

Zur effektiven Bearbeitung können Sie mir gerne vorab Ihren Notarvertrag mit Ihren Anmerkungen und Fragen zusenden oder mailen. Die Besprechung können wir dann gerne in meiner Kanzlei oder per Telefontermin durchführen.

Näheres zu Notargebühren finden Sie hier: Notarkostenrechner

4. Rechtsschutzversicherung | Prozesskostenhilfe

Ich akzeptiere jede Rechtsschutzversicherung. Aber wichtig: in Familiensachen besteht meist kein Rechtsschutz.

Sie haben immer das Recht, Ihren Anwalt frei zu wählen! Sagen Sie dies Ihrer Rechtsschutzversicherung, wenn diese Ihren Anwalt bestimmen will.

Wenn Sie wegen geringen Einkommens die Kosten für den Anwalt nicht aufbringen können, können Sie für das Gerichtsverfahren Prozesskostenhilfe beantragen. Dann übernimmt der Staat vollständig oder zum Teil ihre Anwalts- und Gerichtskosten. Dies gilt jedoch nicht für die außergerichtliche Vertretung!